1.Herren zurück in der Spur – RRK II 4:8 VfL

In allen Bereichen verbesserte 1.Herren holen auswärts bei der Reserve des Rüsselsheimer RK einen 8:4-Erfolg. Dank einer couragiert-konzentrierten Leistung gerät das Team von Interimstrainer Rasmus Klemm-Mayer zu keinem Zeitpunkt in Rückstand und entführt so verdiente Zähler aus dem Dicken Busch. Diesmal bereits am Samstagabend waren die 1.Herren beim Ruderklub aus Rüsselsheim gefordert. Nach der desolaten Leistung vorherige Woche gegen TEC II bestand das vordringlichste Ziel der VfL-Truppe darin, die Tabelle auszublenden und sich mal wieder nur auf das anstehende Spiel und die eigene Leistung zu konzentrieren. Personell musste Coach Klemm-Mayer dabei allerdings kräftig umbauen: Für die fehlenden Simon Morherr, Matthias Döring, Maximilian Hinke und Alexander Reif kamen Abwehrkante Georg Langwieler sowie die Offensivkräfte Moritz von Salis-Soglio und Justus Reich ins Team.

Bereits in der Anfangsphase zeigte sich der VfL wieder wesentlich aufgeräumter: Marburg war defensiv sofort scharf und zeigte Präsenz in den Zweikämpfen. Nach vorne boten die beweglichen Offensivkräfte dem Aufbau stets gute Anspielmöglichkeiten, so dass Rüsselsheim kaum Druck auf den Ball machen konnte. Nach ersten Halbchancen für beide Seiten sollten es dann auch die Marburger sein, die nach etwa 6 Minuten die erste dicke Gelegenheit zur Führung einsetzen konnten: Kapitän Jonathan Eberle bediente mit Übersicht den blanken Simon Samstag, der mit seinem ersten Punktspieltor in Blau-Weiß zum 1:0 einschieben durfte. Zwar erlaubte Marburg dem RRK auch nach der Führung nur selten kontrollierte Kreisaktionen, eine solche reichte den Gastgebern allerdings nur wenig später zum Ausgleich. Die VfL-Cracks ließen sich davon jedoch nicht beirren und so reinstallierte Co-Kapitän Moritz Pilch wiederum nur kurze Zeit später die Marburger Führung. In der Folge gelang es Rüsselsheim etwas besser den Marburger Abwehrverbund zu knacken, VfL-Keeper Andreas Büchler parierte jedoch ausnahmslos souverän. Vice versa blieb allerdings auch der VfL stets gefährlich, wie etwa als David Bickenbach sich vehement gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und mit einem butterweichen Heber unter die Latte das 3:1 erzielen konnte. Die Lahnstädter standen auch in der Folge alles in allem relativ sicher, dennoch gehörte der nächste Schlag den Gästen zum 3:2-Anschluss. Alles in allem agierte der VfL aber äußerst souverän und besonnen und leistete sich dank klarem Kontaktspiel kaum unnötige Ballverluste. Nachdem die erste Marburger Ecke noch pariert werden konnte, durften die Gästefans kurze Zeit später sogar doppelt jubeln: Kapitän Eberle beendete zunächst seine Minikrise von einem torlosen Spiel mit dem 4:2, nur um im direkten Anschluss den Torhüter ein weiteres Mal zum 5:2 zu verladen. Kurz vor der Halbzeit war dann allerdings auch der RRK nochmal an der Reihe und verkürzte mit einer Ecke zum 5:3-Pausenstand.

In der Pause appellierte Coach Klemm-Mayer an seine Mannen, vom ersten Moment ab weiter konzentriert zu Werke zu gehen und anders als letzte Woche kam das Team dem auch nach: Zwar fiel relativ kurz nach Wiederanpfiff aus einer unübersichtlichen Situation heraus das 4:5, dennoch übernahm Marburg in der Folge mehr und mehr die Spielkontrolle. Umsichtig hüteten die VfL-Cracks den Ball, um dann im richtigen Moment in die Vertikale zu gehen. Etwa 5 Minuten waren dann im zweiten Durchgang gespielt, als Floor General Pilch sich in den Kreis tanken konnte und den alten Abstand wiederherstellte. Marburg ließ jetzt nicht locker und gestattete Rüsselsheim nun noch weniger Kreispräsenzen. Hervorragend angeführt von Abwehrchef Langwieler präsentierte sich die Defensive aufmerksam und zweikampfstark und wann immer doch etwas durchrutschte, zeigte sich Büchler als gewohnt sicherer Rückhalt. Vorne zielten wiederum zunächst der emsige Bickenbach, Samstag und Eberle je nur knapp daneben, dann sicherte Constantin Wolf etwa 10 Minuten vor Ende den Ball im Kreis, wackelte den Torhüter aus und vollendete mit der Rückhand zum beruhigenden 7:4. Nur wenig später war es dann abermals Wolf, der mit einer auf der Linie geklärten Ecke auch am anderen Ende des Courts glänzen konnte. Spätestens danach verwaltete der VfL das Geschehen aber überwiegend clever, ließ den Ball weiter sicher durch die eigenen Reihen laufen, während Rüsselsheim nicht aufsteckte, aber nicht aussichtsreich in Position kam. Bei etwa 4 Minuten vor Ende gingen die Gastgeber mit dem 6.Feldspieler nochmal Risiko, aber auch in Unterzahl hielt der Marburger Abwehrzement. Auf der Gegenseite verfehlte Eberle dann zwar noch im ersten Versuch, blieb aber etwa 60 Sekunden vor Schluss nach Service von Langwieler gnadenloser und besorgte schließlich den 8:4-Endstand ins leere Netz.

Mit der besten Saisonleistung zeigt das Team eine fantastische Reaktion auf die Rückschläge der vergangenen Wochen und spielt mit diesem Erfolg auch zwei Runden vor Ende noch um den Aufstieg mit. Das ganze Spiel über konnten wir heute die Entschlossenheit und Geduld hoch halten und auch in den engen Momenten unser Spiel konsequent durchziehen. Speziell der hohe Ballbesitzanteil in der zweiten Halbzeit ist positiv hervorzuheben, mit dem Rüsselsheim kaum die Möglichkeit bekam eigenen Rhythmus zu entwickeln. Mit dieser Performance haben wir auf jeden Fall auch auswärts in zwei Wochen die Chance dem Tabellenführer TGS Vorwärts Frankfurt ein Schnippchen zu schlagen.

Es spielten: Andreas Büchler – Georg Langwieler, Simon Samstag (1), Daniel Keil – Moritz Pilch (2), Moritz von Salis-Soglio, Jonathan Eberle (3), Justus Reich, Constantin Wolf (1) und David Bickenbach (1).

Spieler des Spiels: Georg Langwieler – Glänzender Abwehrdirigent mit bestialischer Zweikampfstärke und sezierendem Aufbauspiel. Kongenial mit seinem Abwehrpartner Simon Samstag, der seinen fanatisch bejubelten ersten Pflichtspieltreffer im VfL-Dress feierte.