1.Herren büßen Tabellenführung ein – VfL 4:6 TEC II

Im ersten Heimspiel nach der Weihnachtspause müssen die 1.Herren nach einer 4:6-Niederlage gegen TEC Darmstadt II ihre bisher makellose Heimweste abgeben. Gegen die Gäste aus dem Süden findet das Team zu keiner Zeit zu seinem Rhythmus und geht nach einer pomadigen Leistung verdient als Verlierer vom Platz.

Nach der ersten Saisonniederlage vergangene Woche in Kronberg ging es für die 1.Herren mit der Heimpartie gegen TEC Darmstadt II nicht weniger anspruchsvoll weiter. Mit den Gästen aus der Jugendstilstadt wartete auf die Männer um Interimscoach Rasmus Klemm-Mayer eine junge und unbequeme Truppe, die sich im Hinspiel beim 2:2 als defensivstark auszuzeichnen wusste. Der VfL rechnete daher mit einem Geduldsspiel, für das im Vergleich zu letzter Woche auf die Stammkräfte Georg Langwieler und Maximilian Hinke verzichtet werden musste. Demgegenüber feierte jedoch Eigengewächs Alexander Reif sein Hallendebüt in der Ersten und sollte dabei seine Aufgabe trotz auch begrenzter Spielzeit tadellos erledigen.

Am frühen Sonntagmorgen starteten beide Seiten mit Zurückhaltung in die Partie. Sowohl der VfL als auch die Darmstädter standen tief und erlaubten dem Gegner erst einmal sehr wenig. Mit fortschreitender Spieldauer kamen dann die Gäste besser in Tritt und erspielten sich erste Gelegenheiten, die VfL-Keeper Andreas Büchler jedoch noch mühelos zu vereiteln wusste. Marburg agierte im Angriffsspiel zunächst noch etwas rostig und unpräzise, viele gute Angriffsansätze endeten so im gegnerischen Toraus. Den Spielanteilen der Anfangsphase folgend waren es dann auch die Gäste, die nach etwa 8 Minuten in Führung gehen konnten. Marburg ließ sich davon allerdings nicht schocken, sondern konnte fast im unmittelbaren Gegenzug ausgleichen, als Stürmer Constantin Wolf abgebrüht in die rechte Ecke einlochen konnte. Auch nach dem ersten Torabtausch nahm das Spiel nur wenig Fahrt auf. Marburg kam offensiv weiterhin nur schwierig in die Gänge, zeigte insgesamt zu wenig Tempo und Struktur im Aufbau. Defensiv stimmte die Ordnung zwar zumeist, so dass auch Darmstadt nur rar zu Chancen kam, alles in allem wirkte der Blau-Weiß aber feldunterlegen und kassierte deshalb nicht unüberraschend per Ecke das 1:2. Aber auch nach dem zweiten Rückschlag brauchte der VfL nur kurz um sich zu schütteln und kam nur wenig später zum erneuten Ausgleich: Nach einem Darmstädter Fuß ließ der Schiedsrichter den Vorteil aktiv, so dass Jonathan Eberle den besser postierten Wolf bedienen konnte, der seinen zweiten Streich verbuchen durfte. Nach diesem Treffer kam der VfL dann etwas besser auf Touren, der Ball zirkulierte jetzt wesentlich inspirierter, so dass der TEC zu mehr Defensivaufwand gezwungen wurde und der VfL nun mehr Chancen verbuchen durfte wie z.B. als der umtriebige Wolf knapp verpasste oder durch zwei Strafecken. Auf der anderen Seite entschärfte Büchler alleine im 1-gegen-1 die beste Darmstädter Möglichkeit auf fantastische Art und Weise, so dass es mit dem bestehenden 2:2-Remis in die Kabine ging.

Nach dem Seitentausch wollte Marburg den spielerischen Aufwärtstrend eigentlich fortsetzen und mit einem Quäntchen mehr Leidenschaft und Wille das Spiel stärker in die eigene Hand bekommen. Das genaue Gegenteil sollte dann jedoch der Fall sein: Darmstadt war das wesentlich griffigere Team zu Beginn der Halbzeit, kam gegen völlig apathisch agierende Marburger fast auf jede Weise durch den Verteidigungsblock und durfte so absolut verdient mit 2:3 in Führung gehen. Auch nach dem Rückstand blieb der VfL zunächst seltsam gehemmt und träge, fast keine Aktion gelang. Erst nach einiger Zeit entwickelte Marburg wieder mehr Präsenz und kam trotz weiter fehlenden spielerischen Glanzmomenten wieder etwas besser ins Spiel. Spätestens nach einem dynamischen Solo zum 3:3-Ausgleich durch Moritz Pilch schien sich das Blatt langsam zu wenden. Doch statt jetzt bei Gleichstand ein wenig Ruhe und damit Kontrolle ins Spiel zu bekommen, fiel nach einem Kollektivschlaf in der Marburger Defensive im Gegenzug das 3:4, dem nur kurze Zeit später gar das 3:5 samt der notwendigen Marburger Auszeit folgen sollte. Die Gäste zogen sich nach der Timeout wieder tiefer zurück und erlaubten den weiterhin verkrampft agierenden Marburgern so, etwas mehr Druck zu entwickeln. Nach einer grünen Karte gegen die Gäste nutzte Matthias Döring nach einem der schöneren Angriffe die resultierende Überzahl zum Anschluss. Bei noch 10 Minuten auf der Uhr war das Spiel jetzt wieder offen. Marburg rannte stetig an, tat sich aber nach wie vor schwer gegen die souveränere Spielanlage der Darmstädter. So ergaben sich Chancen meist nur nach Einzelaktionen oder Standardsituationen, aber auch drei weitere Strafecken konnten nicht zum ersehnten Ausgleich verhelfen. Auf der Gegenseite musste allerdings auch der mal wieder starke Büchler mehrmals seine Farben vor der Entscheidung bewahren. Bei noch 2 verbleibenden Minuten setzte der VfL nochmal alles auf eine Karte und brachte den 6.Feldspieler, aber auch das sollte nichts mehr helfen, so dass TEC wenige Sekunden vor Ende den 4:6-Endstand ins leere Tor schieben konnte.

So frustrierend die Niederlage ist, so verdient ist sie leider auch. In sämtlichen Belangen haben wir heute zu wenig investiert, um einer sortierten Truppe wie TEC etwas anhaben zu können. Zu keinem Zeitpunkt haben wir die richtige Mischung aus Konzentration und Leidenschaft und somit auch nie zu unserem Spiel finden können. Zwar haben wir trotz der Pleite und der verlorenen Tabellenführung in den verbleiben Spielen noch alle Optionen in der eigenen Hand, dennoch sollten wir nach diesem Auftritt erst einmal versuchen den Fokus wieder auf uns richten. Nächsten Samstag muss es gegen Rüsselsheim II also darum gehen, wieder die Basics zu installieren und mit der nötigen Energie und Wille auf die Platte zu treten. Ein Positives hatte der Spieltag allerdings dann doch: Mit der gleichzeitigen Niederlage von 80 III steht der vor der Runde als Saisonziel ausgerufene Klassenerhalt bereits drei Spieltage vor Schluss fest.

Es spielten: Andreas Büchler – Moritz Pilch (1), Simon Morherr, Daniel Keil, Simon Samstag – Matthias Döring (1), Jonathan Eberle, Alexander Reif, David Bickenbach und Constantin Wolf (2).

Spieler des Spiels: Andreas Büchler – Vor allem Magic Andi war es zu verdanken, dass wir bis kurz vor Schluss auf Punkte hoffen durften.